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Wohnungslos

Mit Erlaubnis der Recklinghäuser Zeitung veröffentlicht: Ein Bericht über die Odyssee einer Frau von Hilfeeinrichtung zu Hilfeeinrichtung. Strukturelle Diskriminierung für Frauen? Die Verantwortlichen wollen davon nichts wissen.

 

Die Stadt Recklinghausen und das Diakonische Werk schrieben zum unten stehenden Artikel, den frau durch einfaches Anklicken zum Lesen vergrößern kann:

Ein sehr reduzierter Blick

Reduzierter Blick?
 
Von Elisabeth Maatz, Mitglied im Frauenforum Recklinghausen und Sprecherin
der Bundesarbeitsgemeinschaft LISA (= LInke Sozialistische
Arbeitsgemeinschaft Frauen)
 
Betr.: Ihre Artikel "Wie ein Stadtstreicher" und "Frauen bleiben auf der
Strecke".
 
Den Eindruck, "mir bleibt ja noch nicht einmal  die Notschlafstelle",
haben Frauen in Recklinghausen zu Recht gehabt, wenn sie akut einer 
Situation in ihrer bisherigen Bleibe ausweichen wollten, die für sie
unhaltbar war.
 
Denn alles, was jetzt laut der gemeinsamen Stellungnahme von
Stadtverwaltung und Diakonie "wird", nämlich eine
Informationsbroschüre auflegen, die alle wichtigen Telefonnummern für
solche Fälle enthält, die Zahl der Stellen mit dem Notschlüssel vermehren,
das hätte längst geschehen können. Seit langer Zeit sind die Missstände
nämlich schon bekannt.
 
Und man stelle sich vor, frau hat einfach keine Bleibe mehr, weil
sie aufgrund einer für sie völlig unhaltbaren Situation  ganz plötzlich
ihr Obdach verliert oder sich endlich entschliesst, sich aus einem
unheilvollen Unterschlupf befreien zu wollen, da liest sie erst eine
Informationsbroschüre? Wo bekommt sie die denn her? Nein, es muss
s i c h e r
sein, dass ihr dann schnell bei den entsprechenden Anlaufstellen,
z.B. Polizei, der städt. Wohnunglosenhilfe und der dafür vom Stadtsäckel
bezahlten Diakonie geholfen wird.
Gestern hatten wir den Tag gegen Gewalt. 25 % der Frauen werden
Opfer von Gewalt, das sind belegte Zahlen.
 
Zu Recht gibt es Unverständnis darüber, dass überhaupt jemand Opfer von
Gewalt werden muss, wie es von Herrn Pantförder in seiner Ansprache
geäußert wurde. Aber dies Unverständnis darf nicht in Untätigkeit
verharren, sondern jetzt ist es Zeit, schnellstens Änderungen für
wohnungslose Frauen zu erreichen.
 
In ganz Europa steigt die Zahl der Menschen ohne Wohnung. Gerade heute
wurde von der steigenden Armut in Deutschland aktuell berichtet. Das geht
aus dem Datenreport 2013 hervor, den das Statistische Bundesamt, die
Bundeszentrale für politische Bildung, das Wissenschaftszentrum für
Sozialforschung und das Sozio-Oekonomische Panel in Berlin vorgestellt
haben. Demnach erhöhte sich der Anteil der armutsgefährdeten Menschen von
15,2 Prozent im Jahr 2007 auf 16,1 Prozent im Jahr 2011.
 
Als Bürgerin dieser Stadt wünsche ich mir  nicht ein Statement der
Stadtverwaltung und der Diakonie, das versucht, Missstände zu
verschleiern, sondern ich wünsche mir Abhilfe für Frauen, die aus
unterschiedlichsten Gründen obdachlos geworden sind. Hilfe, die sie nicht
in für sie unzumutbaren Wohnverhältnissen unterschlüpfen lässt, sondern
Hilfe, die professionelle Sozialarbeiterinnen mit der Sicht auf die
Notsituation der Frau leisten könnten. Denn die "weibliche
Wohnungslosigkeit bedarf eines besonderen  Hilfeangebotes", wie immer mehr
mit Wohnungslosigkeit beschäftigte Fachstellen in unserem Lande erkennen
und ihr Hilfekonzept entsprechend ändern oder ausweiten.
Beispielhaft sind hier u.a. die Städte Marl, Münster, der Kreis Unna.
 
 
 

 

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