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Linke Woche Zukunft - Kurzbericht

Christine Dommer

Die Zukunft beginnt heute: Stress in der Arbeit und ohne sie, öffentliche Armut und explodierende Profite, Alters- und Kinderarmut, marktkonforme Demokratie.

Die Zukunft beginnt heute: Stress in der Arbeit und ohne sie, öffentliche Armut und explodierende Profite, Alters- und Kinderarmut, marktkonforme Demokratie. Die Zukunft beginnt
heute: mit Wirtschaftsdemokratie und Care Revolution, mit Commons und öffentlicher
Daseinsvorsorge, Umverteilen und Demokratisierung von Parlament und Öffentlichkeit,
mit Willkommenskultur und neuen Formen linker Politik. Was sind linke Alternativen
und Strategien für eine wünschbare Zukunft? 80 Veranstaltungen in 4 Tagen: Vorträge,
Diskussionen, Strategie-Werkstätten, Vernetzungs-Treffen, Kultur,
Stadtspaziergänge.Und: zusammen feiern. Deine Ideen, Diskussionen und Erfahrungen
sind gefragt! Alle Veranstaltungen finden Sie
unterWWW.LINKEWOCHEDERZUKUNFT.DE/VERANSTALTUNGEN.
 
Unter dem Dach "Linke Woche der Zukunft" werden Veranstaltungen verschiedener Träger
- Rosa-Luxemburg-Stiftung, Bundestagsfraktion DIE LINKE und die Partei DIE LINKE -
durchgeführt und davon einige per Livestream übertragen. Die Liste der angebotenen
Livestreams finden Sie unter WWW.LINKEWOCHEDERZUKUNFT.DE/LIVESTREAM. Die
Bundestagsfraktion bietet einen durchgehenden Livestream aus dem Münzenbergsaal an -
u.a. mit folgenden ihrer Veranstaltungen:
 24. APRIL 2015, 10:00-10:30 UHRBegrüßung und Zukunftsrede der Vorsitzenden
Ort: Franz-Mehring-Platz 1, Münzenbergsaal
Mit: Bernd Riexinger, Katja Kipping (MdB)
 
Klar: DIE LINKE muss über den Tag hinaus denken, wenn sie ihren eigenen
gesellschaftskritischen Anspruch ernst nimmt. Sie sollte das aber auch aus
wohlverstandenem Eigeninteresse tun. Denn das offensichtliche Scheitern des
Finanzkapitalismus macht deutlich, dass heute eine eigene linke Vision von
Gesellschaft, eine positive Erzählung und eine dazugehörige Vorstellung von
konkreten Einstiegs-Projekten nötig sind. Mit anderen Worten: Es braucht neue
strategische Anker für die Partei.Nur: Wie können diese eigentlich aussehen und wo
könnten sie Halt finden? Katja Kipping & Bernd Riexinger versuchen in ihrer
Zukunftsrede Antworten auf diese Fragen zu geben.
 24. APRIL 2015, 14:00-15:30 UHRKönnen wir uns das Eine Prozent der Super-Reichen
noch leisten? –
Zur Notwendigkeit von Umverteilung
 
Ort: Franz-Mehring-Platz 1, Münzenbergsaal
Mit: Rudolf Hickel, Ueli Mäder, Sahra Wagenknecht, Raúl Zelik, Ulrike Herrmann
 
Studien zufolge wird das reichste Prozent der Weltbevölkerung bald über die Hälfte
des weltweiten Vermögens verfügen. Allein die achtzig Super-Reichsten besitzen so
viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Was sind die Ursachen der extremen
Reichtums-Konzentration und was bedeutet sie für die Demokratie und das
Zusammenleben der Menschen? Welchen Einfluss nimmt das reichste Prozent der
Bevölkerung auf die Politik? Welche Maßnahmen zur Umverteilung und Eindämmung der
Macht der Super-Reichen sind nötig, wie können sie durchgesetzt werden und was
können wir hier von linken Bewegungen und Regierungen in Lateinamerika lernen?
 
Prof. Dr. Rudolf Hickel ist Ökonom und war Professor für Politische Ökonomie und
Finanzwissenschaft an der Universität Bremen und bis Oktober 2009 Direktor des
Instituts Arbeit und Wirtschaft (IAW). In seiner Streitschrift aus dem Jahr 2012
«Zerschlagt die Banken: Zivilisiert die Finanzmärkte» kritisiert er die mutlose
Haltung der Politik gegenüber der Finanzwirtschaft und zeigt auf, wie das Finanz-
und Bankenwesen zum Wohle der Allgemeinheit neu geordnet werden sollte.
 
Prof. Dr. Ueli Mäder ist Prof. für Soziologie an der Uni Basel und befasst sich mit
sozialer Ungleichheit und Armuts- und Reichtums-Forschung. 2010 veröffentlichte er
die Studie «Wie Reiche denken und lenken», 2015 erscheint „MACHT.ch“ zum Thema, wer
die Schweiz regiert. Dort unterstützt er Initiativen zur Beschränkung von
Managergehältern und Versuche (1:12-Initiative), die Einkommensschere zu schließen.
 
Dr. Sahra Wagenknecht ist Ökonomin, Autorin und Erste Stellvertretende Vorsitzende
der Fraktion DIE LINKE. Sie befasst sich u.a. mit Finanz- und Wirtschaftspolitik,
mit der sogenannten Eurokrise und der Bankenrettungs-Politik der letzten Jahre. In
ihrem Buch aus dem Jahr 2011 «Freiheit statt Kapitalismus. Über vergessene Ideale,
die Eurokrise und unsere Zukunft» analysiert sie den heutigen Kapitalismus und denkt
über ihn hinaus, indem sie die Grundlinien eines "kreativen Sozialismus" skizziert.
 
Dr. Raúl Zelik ist Schriftsteller, Journalist und Professor für Politik an der
Nationaluniversität Kolumbiens. Er befasst sich u.a. mit sozialen Bewegungen und
Entwicklungen in Lateinamerika, insbesondere Venezuela und Kolumbien. 2013 gab er
zusammen mit Aaron Taus den Sammelband «Andere mögliche Welten. Krise,
Linksregierungen, populare Bewegungen» heraus, in dem es um die Frage geht, was
Linke in Europa von Erfahrungen in Lateinamerika lernen können.
 
Ulrike Herrmann (Moderation) ist seit dem Jahr 2000 Wirtschafts-Korrespondentin bei
der taz. Sie ist ausgebildete Bankkauffrau und hat Geschichte und Philosophie
studiert. In ihrem Buch aus dem Jahr 2013 «Der Sieg des Kapitals. Wie der Reichtum
in die Welt kam: Die Geschichte von Wachstum, Geld und Krisen» erklärt sie mit Hilfe
von anschaulichen historischen Beispielen wie unser kapitalistisches
Wirtschaftssystem entstand und funktioniert, wobei sie gängige neoliberale Mythen
entlarvt.
 24. APRIL 2015, 16:30-18:30 UHRMit Steuern umsteuern: von privat zu öffentlich, von
oben nach unten.
Leichter gesagt als getan?
Ort: Franz-Mehring-Platz 1, Münzenbergsaal
Mit: Cansel Kiziltepe, Lisa Paus, Daniel Trochowski, Axel Troost
 
Eigentlich ist die Sache klar: die große Umverteilung von unten nach oben und die
vielen Steuer-Geschenke für Unternehmen und Super-Reiche entzog der öffentlichen
Hand den Boden für eine gerechtigkeits-orientierte Gestaltung von Politik und führte
zu einer Entsolidarisierung in der Gesellschaft. Wer also etwas bewegen will, muss
hier umsteuern. Deshalb bleibt die Frage aktuell: wie können Wege einer Umverteilung
von oben nach unten aussehen? Wo beginnen? Wie sehen die konkreten Schritte und
Wegmarken aus? Und woran scheitern wir damit eigentlich immer wieder?
 
Cansel Kiziltepe, Diplom-Volkswirtin, ist seit 2013 SPD-Bundestagsabgeordnete. Sie
ist ordentliches Mitglied im Finanzausschuss und stellvertretendes Mitglied im
Petitionsausschuss. Zuvor war sie als Referentin im Stab des Arbeitsdirektors der
Volkswagen AG zuständig für volkswirtschaftliche Analysen.
 
Lisa Paus ist seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages und Diplom-Volkswirtin.
Als Sprecherin für Steuerpolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen ist
sie Mitglied und Obfrau im Finanzausschuss, sowie stellvertretendes Mitglied im
Ausschuss für Umwelt und Bauen und stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuss.
Von 1999 bis 2009 war sie Mitglied im Abgeordnetenhaus von Berlin.
 
Axel Troost ist als Volkswirt seit 1981 Geschäftsführer der parteiunabhängigen
„Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik“ (Memorandum-Gruppe). 2004 über die
WASG zur Parteipolitik gekommen, ist er seit 2005 finanzpolitischer Sprecher der
Bundestagsfraktion DIE LINKE und seit 2012 stellvertretender Parteivorsitzender.
 
Daniela Trochowski, Diplom-Volkswirtin, ist seit 2009 Finanzstaatssekretärin im
Ministerium der Finanzen Brandenburgs und außerdem Mitglied im Landesvorstand der
LINKEN Brandenburg. Zuvor war sie von 2002-2005 Staatssekretärsreferentin im
Berliner Senat und von 2005-2009 Referentin der Bundestagsfraktion der LINKEN für
Steuern und Finanzen.
 25. APRIL 2015, 10:00-10:15 UHRBegrüßung des Tages
Ort: Franz-Mehring-Platz 1, Münzenbergsaal
Mit: Gysi, Gregor
 25. APRIL 2015, 10:15-12:15 UHREine Frage des Eigentums: Commons, öffentliche
Daseinsvorsorge, solidarische Ökonomie
Ort: Franz-Mehring-Platz 1, Münzenbergsaal
Mit: Caren Lay, Elisabeth Voss, Hilary Wainwright, Sabine Zimmermann
 
"Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der
Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in
Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden."
(Artikel 15 GG). Wann ist es wieder nötig Güter der Daseinsvorsorge zu
rekommunalisieren? Wann müssen Institutionen demokratisiert werden? Wie sieht die
Zukunft des Verhältnisses von arm und reich, des öffentlichen Eigentums aus? Über
die Fragen der Potenziale und möglicher Grenzen von Commons diskutieren:
 
Hillary Wainwright, Soziologin, politische Aktivistin und Herausgeberin des Magazins
Red Pepper
 
Elisabeth Voss, Publizistin und Betriebswirtin in Berlin zu Ideen und Praxen
alternativer, genossenschaftlicher, sozialer und solidarischer Wirtschaftsweisen.
2010 hat sie den "Wegweiser Solidarische Ökonomie - ¡Anders Wirtschaften ist
möglich!" verfasst. Sie war 25 Jahre Redakteurin der "CONTRASTE - Monatszeitung für
Selbstorganisation" contraste.org und engagiert sich u.a. bei "Gemeingut in
BürgerInnenhand (GiB)"www.gemeingut.org und bei "Stadt von Unten"
stadtvonunten.de. Für die vielen Keimformen anderen Wirtschaftens kann sie
sich begeistern und schätzt gleichzeitig eine kritische Perspektive, auch bei der
Beschäftigung mit den Themen und Projekten, die ihr besonders am Herzen liegen.
www.elisabeth-voss.de"
 
Caren Lay, stellvertretende Partei- und Fraktionsvorsitzende DIE LINKE,
verbraucherpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Leiterin des Arbeitskreises
"Struktur- und Regionalpolitik"
 
Sabine Zimmermann, MdB, arbeitsmarktpolitische Sprecherin und Leiterin des
Arbeitskreises I Soziales, Gesundheit und Rente der Bundestagsfraktion plädiert
dafür, soziale Dienstleistungen und Infrastruktur zu einem zentralen Thema der
LINKEN zu machen. Eine gut ausgebaute soziale Infrastruktur mache die Gesellschaft
gerechter, trage zu mehr guter Arbeit und Gleichheit zwischen den Geschlechtern bei.
 
Moderation: Dr. Stefanie Kron (RLS)
 25. APRIL 2015, 14:30-16:30 UHRDie Köchin übernimmt die Führung.
Solidarische Ökonomie als Labor für die Zukunft?
Ort: Franz-Mehring-Platz 1, Münzenbergsaal
Mit: Hoffmann, Shai; Mengay, Adrian; Voss, Elisabeth; Lay, Caren (Moderation)
 
»Solidarische Ökonomie« ist ein Trend, der sich in den unterschiedlichsten Bereichen
zeigt: Ob Open Source-Software, Gemeinschaftsgärten, Hausprojekte, freier
Internetzugang oder kostenloser Öffentlicher Nahverkehr - das sind nur einige
Beispiele für die zahlreichen Initiativen, die in den vergangenen Jahren entstanden
sind. Der Praxistest der Commons im Workshop mit:
Elisabeth Voß arbeitet als Publizistin und Betriebswirtin in Berlin zu Ideen und
Praxen alternativer, genossenschaftlicher, sozialer und solidarischer
Wirtschaftsweisen. 2010 hat sie den „Wegweiser Solidarische Ökonomie - ¡Anders
Wirtschaften ist möglich!“ verfasst. Sie war 25 Jahre Redakteurin der „CONTRASTE –
Monatszeitung für Selbstorganisation“ und engagiert sich u.a. bei „Gemeingut in
BürgerInnenhand (GiB)“  und bei „Stadt von Unten“. Für die vielen Keimformen anderen
Wirtschaftens kann sie sich begeistern und schätzt gleichzeitig eine kritische
Perspektive, auch bei der Beschäftigung mit den Themen und Projekten, die ihr
besonders am Herzen liegen.
 
Shai Hoffmann – BWLer, Crowd-Verfechter und Crowducer der letzten Karma Chakhs-Ernte
(KC). KC sind mit der Crowd prosumierte Sneaker, die an die Klassiker der
Allstar-Converse angelehnt sind. Er lebt und arbeitet in Berlin als
Crowdfundingberater und bloggt für die Nachhaltigkeitsplattform goodimpact.org.
 
Adrian Mengay Betriebswirt und Philosoph. Als Wirtschaftsberater bei der Forba berät
Adrian Mengay Betriebsräte und Interessenvertretungen bei Betriebsänderungen, Lean
Management und Umstrukturierungen. Als Teil der Forschungsgruppe Perspektiven der
Mitbestimmung in Ganzheitlichen Produktionssystemen an der Universität Jena forscht
er zu Demokratietheorie, Produktionssystemen und Beteiligung in Industrie 4.0. Von
ihm sind zuletzt Texte über Demokratisches Management in Kooperativen in Argentinien
und die Dokumentarfilme „Crisis“ zur Finanzkrise und „City of Favelas“ zu urbanen
sozialen Bewegungen und dem Recht auf Stadt in Brasilien erscheinen.
 25. APRIL 2015,17:00-19:00 UHRMarktkonform und Wettbewerbsorientiert? Für eine
Wiederbelebung der Demokratie!
Ort: Franz-Mehring-Platz 1, Münzenbergsaal
Mit: Frank Deppe, Andreas Fisahn, Gregor Gysi, Janine Wissler
 
Die große Krise des Kapitalismus hat gezeigt, wie sehr die parlamentarische
Demokratie ausgehöhlt wurde: Austeritäts-Maßnahmen wurden rücksichtslos gegen die
Bevölkerung durchgesetzt, die politischen Institutionen erpresst: Schulden-Bremse,
Beschluss-Gremien ohne demokratisches Mandat, “marktkonforme Demokratie“ (Merkel).
Die Freihandelsabkommen CETA, TTIP und TISA werden die nationalen Prozesse von
Willensbildung und Gesetzgebung weiter schwächen und damit die Möglichkeiten für
demokratischen Beteiligung und Repräsentation. Zu befürchten ist weitere
Politik-Distanz und Zustimmung zu plebiszitären Formen der Demokratie, die zwischen
dem Volk und seinen Sprechern einen autoritären Kurzschluss herstellen.Die LINKE,
Gewerkschaften, sozialen Bewegungen in Deutschland, in Europa und in Nordamerika
stellen sich dagegen. Wie können wir die Demokratie von unten neu beleben und
demokratische Institutionen stärken?
 
Frank Deppe ist Schüler von Wolfgang Abendroth und Emeritus der Universität Marburg,
wo er bis 2006 Politikwissenschaften mit den Schwerpunkten Politische Theorie und
Geschichte der Arbeiterbewegung lehrte. 2013 erschien sein Buch Autoritärer
Kapitalismus. Demokratie auf dem Prüfstand im VSA-Verlag.
 
Gregor Gysi ist Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Bundestag und Rechtsanwalt.
 
Andreas Fisahn ist Professor für Öffentliches Recht an der Universität Bielefeld.
2014 erschien unter seiner Mitwirkung das Buch Die Freihandelsfalle.
Transantlantische Industriepolitik ohne Bürgerbeteiligung im VSA-Verlag.
 
Janine Wissler ist Vorsitzende der Hessischen Linksfraktion und stellvertretende
Parteivorsitzende der LINKEN. Sie tritt für einen engen Schulterschluss mit sozialen
Bewegungen ein.                                                
 

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