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Konservativer Backlash geht in die nächste Runde

Cornelia Ernst

Bericht zur Gleichstellung verhindert

Der Bericht zur Gleichstellung der Geschlechter der portugiesischen Europaabgeordneten Ines Zuber wurde von einer konservativen Mehrheit abgelehnt.


Von:      "ERNST Cornelia" <cornelia.ernst@europarl.europa.eu>

Konservativer Backlash geht in die nächste Runde: Bericht zur Gleichstellung verhindert
 
Der Bericht zur Gleichstellung der Geschlechter der portugiesischen
Europaabgeordneten Ines Zuber wurde von einer konservativen Mehrheit abgelehnt. Dr.
Cornelia Ernst (DIE LINKE), frauenpolitische Sprecherin sieht hierin eine
gefährliche Tendenz:
 
"Frauenrechte, Anti-Diskriminierung, die Gleichberechtigung der Bürgerinnen und
Bürger der EU - all das scheint plötzlich kein Thema mehr für das Europäische
Parlament zu sein. Abtreibung? Adoptionsrechte? Diskriminierung von Homosexuellen?
Fragt man bei den Herrschaften der rechts-konservativen Fraktion nach, stößt man auf
taube Ohren. All das sei Sache der Mitgliedstaaten, da solle sich das Europäische
Parlament nicht einmischen. Hinter dieser vornehmen Zurückhaltung steckt jedoch
nichts anderes als ein handfester Backlash. Noch nie war das Parlament so
konservativ, so anachronistisch und ignorant gegenüber diesen Grundrechten. Es ist
ein Skandal, dass der Zuber-Bericht mit nur wenigen Stimmen abgelehnt wurde und
damit eine Serie begründet. Der Estrela-Bericht über reproduktive Rechte, der
Lunacek-Bericht über Diskriminierung von LGTB, der Honeyball-Bericht über
Prostitution und nun der Zuber-Bericht - wann immer in den vergangenen Monaten
Frauenrechte auf der Tagesordnung standen, meldeten sich lautstark die
anachronistischen Verteidiger konservativer "Werte" zu Wort und versuchten diese
Berichte zu verhindern.
 
Das Europäische Parlament muss ein starkes Sprachrohr für Vielfalt, Grundrechte und
Anti-Diskriminierung bleiben! Wie können die Abgeordneten einerseits jedes Jahr
pompös den Sacharov-Preis für Menschenrechte verleihen, über die Rechte von
Zirkustieren debattieren, sich über gesellschaftliche Traditionen in der ganzen Welt
aussprechen, aber beim Thema Frauenrechte plötzlich einen derartigen Rückzieher
machen? Wir lassen nicht zu, dass diese Rückschritte zur Normalität werden.
Rückständiges Gedankengut hat in einem europäischen Parlament keinen Platz."

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