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Internationaler Frauentag – Vom Plagiat zum Original
Selbst die Frauenunion der CDU kommt nicht mehr daran vorbei, den 8. März so zu bezeichnen, wie er heißt: Internationaler Frauentag. Noch vor 2 Jahren nannten sie diesen Tag abfällig „Weltfrauentag“. Und die BILD-Redaktion gab den 300 weiblichen Beschäftigten am 8. März einen freien Tag zum (Aller)Weltfrauentag.
Der Internationale Frauentag ist scheinbar längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Nicht immer und überall wird er jedoch seiner Ursprungsidee gerecht, die Benachteiligung der Frauen in der Gesellschaft zu thematisieren. Konservative Kräfte, die die Frauen mit einem Betreuungsgeld (auch Herdprämie genannt) abspeisen wollen, haben den Internationalen Frauentag inhaltlich verfälscht und so als Plagiat missbraucht. Ausdruck für diese Fälschungen sind Veranstaltungen und Angebote rund um den 8. März wie „Malen für Frauen“, „Interkulturelles Frauenfrühstück“, „Besonderheiten im weiblichen Suchtverhalten“ oder „Männer kochen – Frauen lassen sich verwöhnen“.
Der Internationale Frauentag entstand auf Vorschlag von Clara Zetkin auf einer sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen 1910, um das Frauenwahlrecht und die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Frau vom Mann durchzusetzen. Ersteres konnte erreicht werden, die Gleichstellung der Frau in Beruf und Gesellschaft hingegen ist nach wie vor offen.
Frauen wollen nicht länger Teil einer Bedarfsgemeinschaft in Hartz IV sein, sondern sie wollen gute Arbeit, gutes Geld und gute Kinderbetreuungseinrichtungen sowie eine Rente, von der sie leben können. Frauen wollen auch nicht, dass ihre Männer bei der ThyssenSchienenTechnik -TSTG, bei Thyssen-Krupp oder Opel in Unsicherheit gehalten werden. Und sie wollen eine gesicherte Zukunft für ihre Kinder in Schule, Betrieb oder Universität.
Clara Zetkin hinterließ den Frauen viele kluge Gedanken und Erkenntnisse. So sagte sie: „Lassen wir uns nicht schrecken durch die Ungunst äußerer Umstände, haben wir für alle Schwierigkeiten nur eine Antwort: Erst recht“.
Es ist an der Zeit, den 8. März wieder zu dem zu machen, was er im Original ist: ein Kampftag der Frauen für ihre Rechte!
Edith Fröse
Kreissprecherin DIE LINKE Duisburg
