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"Als Frauen werden wir nicht still sein"
Stellungnahme der Jungen Alevitischen Frauen in NRW
zu dem sexistischen Angriff im türkischen Parlament
Am Mittwoch, dem 29. Juli 2015, haben sich die Abgeordneten des türkischen Parlaments türkisch Türkiye Büyük Millet Meclisi, TBMM)
in Ankara zu einer Sondersitzung versammelt.
Erklärung der
Alevitischen Jugend in NRW e.V. (BDAJ-NRW)
Geschwister-Scholl-Str. 33- 37
44135 Dortmund
Tel.: (0231)77660802 Fax: (0231)77660803
Stellungnahme der Jungen Alevitischen Frauen in NRW
zu dem sexistischen Angriff im türkischen Parlament
Am Mittwoch, dem 29. Juli 2015, haben sich die Abgeordneten des türkischen Parlaments
türkisch:
Türkiye Büyük Millet Meclisi, TBMM)
in Ankara zu einer Sondersitzung versammelt. Aufgrund eines Antrages der CHP (Republikanische Volkspartei) wurde unter
der Leitung von Safak Pavey das aktuelle Thema „Terror“ debattiert.
Bei der Parlamentsdebatte zu den Einsätzen der türkischen Armee gegen den IS und gegen militante Kurden meldete sich der stellvertretende Ministerpräsident der Türkei und
Abgeordneter der islamisch-konservativen AKP, Bülent Arinc, zu Wort. Während Arinc die Angriffe auf die PKK (kurdische Arbeiterpartei) befürwortete und gleichzeitig mit Vorwürfen
die Vorsitzenden der Partei HDP (demokratische Partei der Völker) angriff, wurde er lautstark von der Abgeordneten Nursel Aydogan (HDP) kritisiert. Anschließend unterbrach Arinc seine Rede und reagierte auf die Kritik mit den Worten
„Du als Frau, sei du still!!“
Die sexistischen und diskriminierenden Worte wurden von der Öffentlichkeit kritisch
aufgenommen und setzte viele Menschen in Empörung. Die HDP und CHP fordern Arinc
zu einer Entschuldigung auf und verurteilen seine Äußerung auf
sschärfste. Auch in den sozialen Medien solidarisieren sich viele Menschen mit Aydogan unter dem Hashtag „#BirKadinolarakSusmayacag
iz“ („Als eine Frau werden wir nicht still sein“) und setzen ein
Zeichen gegen Sexismus.
Die Abgeordnete Nursel Aydogan selbst sagte, dass dieser Angriff nicht persönlich gegen
sie, sondern gegenüber allen Frauen ist.
Noch vor einem Jahr wollte Arinc
Frauen in der Türkei das Lachen in der Öffentlichkeit
verbieten. Grund hierfür war für ihn, dass sich das Lachen einer Frau nicht mit dem Wert
der Tugendhaftigkeit verträgt.
Wir, als Junge Alevitische Frauen in NRW, kritisieren den stellvertretenden
Mini sterpräsidenten für seine sexistische und diskriminierende Ideologie und fordern ihn
auf sich bei allen Frauen dieser Welt für seine Äußerung zu entschuldigen. Niemand hat
das Recht einen Menschen aufgrund seiner Kultur, seiner Herkunft, seiner Nationalitä t,
seiner Religion, seiner sexuellen Orientierung oder seines Geschlechts zu benachteiligen
und die Freiheit des Menschen zu beschränken. Auch möchten wir Herrn Arinc darauf
hinweisen, dass er uns Frauen niemals still kriegen wird. Solange Frauen Gewalt zu spüren
bekommen, ohne eigenen Willen verschleiert oder verheiratet werden, ihnen die Bildung
entzogen wird und sie tagtäglich aufgrund von Vergewaltigungen oder „Ehrenmorden“ im
21.Jahrhundert ihr Leben verlieren, werden wir niemals still sein.
Gleichzei tig rufen wir alle Humanist_innen und Menschenrechtler_innen auf, sich gegen
sexistische Angriffe, welche wir alltäglich erleiden müssen, klar zu positionieren und mit
uns gemeinsam ein Zeichen zu setzen. Gemeinsam sind wir stark.
Mit vielen öffentlichen - lachenden Grüßen
Junge Alevitische Frauen in NRW (kurz JAFnrw)
Kontakt für Fragen und weitere Informationen:
E - Mail:
JAF@bdaj-nrw.de
