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Abtreibungsgegnern entgegentreten!

Anlass ist der jedes Jahr größer werdende Marsch

christlich-fundamentalistischer Lebensschützer in Berlin. Rosemarie Nünning (Die Linke.Kreuzeberg) berichtet.

Anlass ist der jedes Jahr größer werdende Marsch  
christlich-fundamentalistischer Lebensschützer in Berlin. Rosemarie Nünning (Die Linke.Kreuzeberg) berichtet.
Stoppt die „Lebensschützer“!
Notizen von Rosemarie Nünning, Die LINKE.Kreuzberg
 
 
 
Am 21. September 2013 fand der 4. „Marsch für das Leben“ mitten in Berlin statt. Es nahmen rund 4.500  Abtreibungsgegner teil. Die überwiegende Mehrheit trug weiße Kreuze. Die Alterszusammensetzung war gemischt. Die Blicke, die sie den Protestierenden zuwarfen, waren absolut triumphalistisch!
Angereist waren sie wieder aus ganz Deutschland und vermutlich darüber hinaus.
Mit 4.500 Teilnehmern haben sie die Zahl vom Vorjahr, als 3.000 kamen (im Jahr davor etwa 2.000), deutlich übertroffen.
jungefreiheit.de/politik/deutschland/2013/marsch-fuer-das-leben-mit-teilnehmerrekord/  
www.neues-deutschland.de/artikel/833861.protest-gegen-reaktionaeren-marsch-fuer-das-leben.html  
www.baltische-rundschau.eu/2013/09/21/deutschland-pro-lifebewegung-ist-im-aufbruch-gerade-unter-juengeren-menschen-mehr-als-4500-teilnehmer-beim-marsch-fuer-das-leben/  
 
Im Jahr 2012 protestierten etwa 15 VerteidigerInnen des Rechts auf Schwangerschaftsabbruch gegen den Marsch, letztes Jahr immerhin 200 bis 300, unterstützt von der Partei DIE LINKE.Berlin.
Kern des Bündnisses waren Beratungsorganisationen wie Pro Familia, LSVD, SPD-ASF, die Falken etc. (siehe hier: www.sexuelle-selbstbestimmung.de/buendnis).
 
Die Unterzeichnendenliste war mit 1.000 Personen durchaus beachtlich, aber nicht ausreichend, die Mobilisierungskraft war noch zu gering.
Parallel mobilisierte eine kleine LGBT-Gruppe.
 
Wer die „Lebensschützer“ sind, lässt sich gut in diesem Büchlein nachlesen:
„Die neue Radikalität der Abtreibungsgegner_innen im (inter)nationalen Raum“, AG SPAK, 2012.
 
Die Kontakte reichen bis ins Braune hinein. Der Hauptorganisator des „Marschs“, Martin Lohmann, ist im Herbst aus der CDU ausgetreten und wird schon mal von der AfD hofiert. Aber auch die Junge Freiheit ist sehr angetan von dem Spektakel (siehe unten die Links).
Das sind keine verirrten Idioten, sondern sie verfolgen eine klare Politik der Christlich-Fundamentalisierung der Gesellschaft. Sie üben Druck auf Kliniken aus, keine Abtreibungen mehr vorzunehmen (siehe den Skandal in NRW Ende 2012, wo eine vergewaltigte Frau in den Krankenhäusern keine Hilfe bekam), sie postieren sich vor liberalen Arztpraxen und Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, und schüchtern auch sonst Gegner ein. Und sie verbinden ihren „Lebensschutz“ natürlich mit einer ultrakonservativen Haltung zu Ehe, Frauen und Homosexualität.
Je mehr Erfolg sie haben, desto mehr ist zu erwarten, dass Nazis sie als Plattform mitbenutzen, zumal sie in Dresden zunächst eine deutliche Niederlage eritten haben.
 
Auch an anderer Stelle wird auf dieser Schiene mobil gemacht, wie auf der „Compact-Souveränitätskonferenz“ gegen die Homo-Ehe und für ein ultrakonservatives Familienbild in Leipzig im November 2013, von dem weit nach rechts gerückten Jürgen Elsässer ausgerichtet, Teilnehmer unter anderem Sarrazin und Besucher aus Russland – insgesamt rund 500 Leute:
www.queer.de/detail.php?article_id=20502  
www.mdr.de/sachsen/leipzig/souveraenitaets-konferenz-leipzig104_cpage-2_zc-9945170c.html  
 
Diese Entwicklung lässt sich nicht getrennt sehen von den europäischen Mobilmachungen zum Beispiel in Frankreich und Spanien oder dem homophoben Backlash in Russland und in Kroatien.  Bleiben die „Lebensschützer“ ungehindert, werden sie den Druck auf die bürgerliche Politik erhöhen. Der neue Generalsekretär der CDU, Peter Tauber, steht den christlichen Abtreibungsgegnern zum Beispiel sehr nahe (siehe u. a. Wikipedia).  
 
Die Fundamentalisten werden am 20. September wieder in Berlin aufmarschieren – sie haben es bereits am Tag ihres letzten Marsches bekannt gegeben. Deshalb wird es Zeit, sich an den Aufbau größerer Proteste zu begeben.
 
Das Bündnis sexuelle Selbstbestimmung hat sich erneut zusammengefunden. Der Landesvorstand der Partei DIE LINKE.Berlin hilft bei der Koordinierung. Am 8. März werden wir bereits mit einem ersten Handzettel vertreten sein, der zu der Gegenkundgebung aufruft.  
 
Es bietet sich an, den Bundesparteitag in Hamburg zu nutzen, um die Partei darauf aufmerksam zu machen und mitzunehmen, um eine breite Bewegung aufzubauen, die den Spuk des Kreuzemarsches beendet.
 
 

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