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Helene Füllgraf

Nachlese zum Internationalen Frauenkampftag 2017 - Rede von Helene Füllgraf

Diese Rede, in der unsere Sprecherin Helene Füllgraf, den langen Kampf um politische Teilhabe, gerechte Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen von und für Frauen skizziert, hielt Helene am 11. März 2017 anlässlich einer Demo in München zum Internationalen Frauenkampftag

Lasst uns aufstehen für den Feminismus frei nach dem Motto Der Linken „Das muss drin sein“

Der 8. März steht weltweit für die politische Selbstermächtigung von Frauen und deren Forderung nach gleichwertiger Teilhabe in allen öffentlichen, wirtschaftlichen Bereichen und Gestaltung der gesellschaftlich privaten Ordnung. Der Einsatz lohnt sich.

Es waren Frauen weltweit -- sie wurden als Blaustrümpfe beschimpft und diffamiert -- die hartnäckig das aktive und passive Wahlrecht für uns Frauen erkämpft haben. Sie sind es, denen wir politische Teilhabe und Mitbestimmung verdanken. Im parlamentarischen Rat, der unser Grundgesetz 1948 ausgearbeitet hat, saßen 61 Männer und 4 Frauen. Eine von ihnen, Elisabeth Selbert, bestand darauf den Gleichstellungspassus im Grundgesetz - Männer und Frauen sind gleichberechtigt – inkl. einer staatlichen Verpflichtung zur Umsetzung bis zum 31.3.1953, aufzunehmen. Für dieses Anliegen mobilisierte sie mit Erfolg die Öffentlichkeit.

Frauen haben zäh und hartnäckig durchgesetzt, was uns heute zugutekommt.

Frauen setzten sich lange schon gegen alle Widrigkeiten für ihre Rechte ein. Textilarbeiterinnen in New York organisierten sich bereits 1858. Streiks und Straßenkampf nicht scheuend. Auch in New York kämpften 1909 30.000 Textilarbeiterinnen. Ein Generalstreik über 13 Wochen.

Die Forderungen - gerechte Bezahlung - faire Arbeitsbedingungen - kürzere Arbeitszeiten.

In langen Arbeitskämpfen der letzten Jahre wehrten sich die Mitarbeiterinnen aus den Pflege-, und Erziehungsberufen gegen Ungerechtigkeit und Diskriminierung. Endlich wurde auch die systemische Minderbewertung von mehrheitlich mit Frauen besetzten Arbeitsstellen formuliert.

Frauen haben sich den Weg zu weiterführender Bildung in Universitäten erkämpft.

Sie wehrten sich auch gegen unzumutbare Wohn- und Lebensbedingungen.

Frauen solidarisieren sich, setzen sich füreinander ein. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts sind so Institutionen von Frauen für Frauen erkämpft worden, wie Beratungsstellen, Gleichstellungsstellen, Frauennotruf, Frauenhäuser etc. Die großen Frauenbewegungen haben viel erreicht. Doch gibt es noch viel zu tun, die Missstände zu beseitigen, die diesen Einrichtungen oft zu Grunde liegen.

Angesichts dieser Errungenschaften ist es sicher kein Makel als Feministin und/oder Emanze betitelt zu werden. Wir sollten uns gemeinsam für unsere Rechte, entgegen allen Unkenrufen und Diffamierungen einsetzen. Lasst uns aufstehen für den Feminismus! Der Einsatz lohnt sich.